Schwerpunkt
Burnout & Arbeitsdruck – Psychotherapie in Wien
Burnout beginnt selten mit einem Zusammenbruch. Es beginnt damit, dass Erholung nicht mehr greift: Das Wochenende reicht nicht mehr, der Urlaub wirkt zwei Tage nach, und die Arbeit füllt auch die Zeit, in der Sie nicht arbeiten. Psychotherapie setzt an, bevor der Körper die Entscheidung übernimmt.
Woran sich anhaltende Überlastung zeigt
- Einschlafen fällt schwer oder der Schlaf endet um vier Uhr früh – mit der To-do-Liste im Kopf.
- Die Zündschnur wird kurz: gereizte Reaktionen auf Kleinigkeiten, zu Hause wie im Büro.
- Konzentration und Gedächtnis lassen nach; einfache Aufgaben dauern länger als früher.
- Körperliche Signale häufen sich: Verspannungen, Kopfschmerzen, Magen, Infektanfälligkeit.
- Interesse an Dingen außerhalb der Arbeit schrumpft – Sport, Freunde, Projekte bleiben liegen.
Wenn mehrere dieser Punkte seit Monaten zutreffen, ist das kein Zeichen mangelnder Belastbarkeit, sondern ein Hinweis, dass die aktuelle Konstruktion aus Anforderungen und Erholung nicht mehr aufgeht.
Wie ich bei Burnout und Arbeitsdruck arbeite
- Belastung konkret machen. Nicht „der Stress“, sondern: welche Aufgaben, welche Erwartungen, welche Erreichbarkeit, welche eigenen Maßstäbe. Was davon ist veränderbar, was ist Rahmenbedingung?
- Früh entlasten. Erste konkrete Schritte – oft kleine, aber sofort wirksame Veränderungen in Arbeitsorganisation, Abgrenzung und Regeneration.
- Muster verstehen, ohne darin zu verharren. Warum gerade Sie an dieser Stelle so viel tragen (Verantwortung, Ansprüche, Rolle im Team oder der Familie) – als Grundlage für Veränderung, nicht als Endlosschleife.
- Medizinisch abgesichert. Bei Hinweisen auf eine Depression oder körperliche Ursachen empfehle ich eine ärztliche Abklärung parallel zur Therapie.
Wenn es akut ist
Wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun, warten Sie nicht auf einen Therapieplatz: Telefonseelsorge 142 (rund um die Uhr, kostenlos), Sozialpsychiatrischer Notdienst der PSD Wien 01 31330, in akuter Gefahr Notruf 144.
Häufige Fragen zu Burnout
Ist Burnout eine Diagnose?
Burnout ist keine eigenständige Krankheitsdiagnose, sondern beschreibt einen Erschöpfungszustand im Zusammenhang mit chronischer Arbeitsbelastung. Dahinter können auch behandlungsbedürftige Erkrankungen wie eine Depression stehen – deshalb gehört eine medizinische Abklärung dazu, wenn Hinweise darauf bestehen.
Muss ich dafür im Krankenstand sein?
Nein. Viele meiner Klienten arbeiten während der Therapie weiter. Ob eine Auszeit sinnvoll oder nötig ist, ist eine der Fragen, die wir – gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – klären.
Reicht nicht einfach mehr Urlaub oder Sport?
Wenn Erholung nicht mehr wirkt, liegt das Problem selten am Erholungsprogramm, sondern an der Struktur der Belastung: Arbeitsmenge, Verantwortung, Erreichbarkeit, eigene Maßstäbe. Genau dort setzt die Therapie an.
Wie schnell merke ich eine Veränderung?
Erste Effekte zeigen sich oft früh – etwa, wenn eine konkrete Entlastung umgesetzt oder eine Grenze erstmals gehalten wird. Stabile Veränderung braucht länger; wir legen dafür überprüfbare Zwischenziele fest.
Fachliche Verantwortung: Gregor Steiner, Psychotherapeut (Fachrichtung Systemische Therapie) · Stand: Juli 2026
Der erste Schritt ist kleiner, als er wirkt.
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